Was hat dich dazu gebracht, Illustratorin zu werden?Ich habe es schon immer geliebt, Kunst zu machen. Ich hatte das Glück, in einer kreativen Familie aufzuwachsen und war ständig von Kunst umgeben. Ob Bastelarbeiten mit meiner Mutter oder Zeichentipps von meinem Vater – ich habe viel Zeit damit verbracht, Dinge zu gestalten, und empfand das immer als reine Freude.Hast du Illustration studiert?Ja, ich habe Illustration am Fashion Institute of Technology in New York City studiert.Wo bist du aufgewachsen?Im Hudson Valley, etwa eineinhalb Stunden nördlich von New York City.Hast du eine Kindheitserinnerung an Kunst, die dir besonders wichtig ist?Keine einzelne, aber viele schöne Erinnerungen – etwa, wie ich mit meinem Vater am Küchentisch gezeichnet habe oder wie wir gemeinsam lustige Figuren aus Sculpey-Knete gemacht haben.Kannst du dich erinnern, wann du zum ersten Mal Kunst in einem kommerziellen Zusammenhang gesehen hast?Illustrierte Filmplakate.Wo lebst du heute – und was hat dich dorthin geführt?Nach einigen Stationen bin ich wieder ins Hudson Valley zurückgekehrt. Die Geburt meines Sohnes hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, in der Nähe von Familie zu sein und ein stabiles Unterstützungsnetz zu haben. Es fühlt sich auch inspirierend an, wieder von den Dingen umgeben zu sein, die mich schon als Kind geprägt haben.Wie sieht dein Atelier aus?Mein Studio ist momentan im Aufbau (ich bin gerade im Umzugsprozess). Zurzeit arbeite ich dort, wo ich am meisten Inspiration und Tageslicht finde. Meine Ausstattung ist aktuell sehr reduziert: ein Skizzenblock, mein Laptop und mein sehr altes, aber zuverlässiges Cintiq-Tablet.Wer oder was inspiriert dich am meisten?Die Natur war für mich immer die größte Inspirationsquelle. Sie bringt mich auf neue Ideen – und hilft gleichzeitig, mich zu erden und neu auszurichten.Mit wem würdest du gern einmal zusammenarbeiten – egal ob lebend oder verstorben?Mit Mary Blair.Wie verbringst du einen freien Tag am liebsten?Draußen in der Natur – beim Wandern, Paddle-Boarding oder auf einem Spaziergang mit meinem Sohn.Was ist dein wertvollster Besitz – und warum?Mein erstes Beanie Baby, Hoot. Ich habe ihn seit Jahrzehnten – und er war auf vielen Reisen mit dabei.Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?Der Schutz von Wildtieren.Sammelst du etwas?Kleidung, Kinderbücher und Souvenir-Pennies.Was hörst du beim Arbeiten?Querbeet – ein bisschen von allem.Was ist dein Lieblingspodcast?The Magnus Archives.Welche Schallplatte hast du als erstes gekauft?Ray of Light von Madonna.Wer ist dein künstlerisches Vorbild?Klingt kitschig, aber: mein Vater.Dein Design-Vorbild?Zurzeit gefallen mir besonders die Plakatgestaltungen von Saul Bass.Was ist dein Lieblingsbuch?Ich habe kein Allzeit-Lieblingsbuch, aber kürzlich habe ich Red Dragon von Thomas Harris gelesen – und konnte es nicht aus der Hand legen.Was war dein Lieblingsprojekt bisher?Mein liebstes – und zugleich herausforderndstes – Projekt war mein erstes Kinderbuch: The Birthday Almanac. Es war das umfangreichste und zeitintensivste Projekt, das ich je umgesetzt habe – aber auch extrem lehrreich und erfüllend. Es gibt kaum etwas Schöneres, als die eigenen Illustrationen in einer Buchhandlung zu sehen.Was ist dein Lieblingszitat?Eins, das ich mir in letzter Zeit oft sage: „Comparison is the thief of joy“ („Vergleiche rauben die Freude“).Welcher Film geht immer?Little Miss Sunshine und Shaun of the Dead.Welche Serie hast du zuletzt durchgebingt?Better Call Saul.Welche Ausstellung hast du zuletzt gesehen und geliebt?Es ist schon eine Weile her, dass ich eine Ausstellung besucht habe – aber ich freue mich darauf, das Storm King Art Center zu besuchen, sobald es wieder wärmer wird.Welches Konzert hast du zuletzt besucht?Ein Bluegrass-Konzert einer lokalen Band in Tennessee – gemeinsam mit meiner Familie, vor ein paar Monaten.Wohin würdest du gern reisen?Zurzeit träume ich von einer Reise nach Irland.Gibt es etwas völlig Zufälliges, worin du Expertin bist?Ich kenne viele zufällige Tierfakten.Wenn du für den Rest deines Lebens nur eine Art von Essen essen dürftest – was wäre das?Rohes Fischgericht – Crudos, Sushi, Ceviche – egal in welcher Form.Du bist auf einer einsamen Insel ohne Strom oder Wasser – welche drei Kunstmaterialien nimmst du mit?Ein tragbares Aquarellset, den größten Skizzenblock, den ich tragen kann, und ein Päckchen Stifte.Wenn dir ein:e Kund:in ein Jahr finanzieren würde, um ohne Vorgaben ein Projekt umzusetzen – was würdest du gestalten?Ich würde gern ein interaktives Kinderbuch schreiben und illustrieren – mit Fokus auf die lokale Tierwelt.Gibt es eine Art Auftrag, den du bisher noch nicht umgesetzt hast, aber gerne machen würdest?Textilillustration.Gab es eine Lektion, die du auf die harte Tour lernen musstest?Am besten gleich das erledigen, was einem am meisten widerstrebt. Ich habe oft die unangenehmsten Aufgaben aufgeschoben – was nur zu unnötigem Stress geführt hat.Wie hat sich deine Arbeitsweise im Lauf der Zeit verändert?Ich bin mit der Zeit entschiedener und klarer darin geworden, Ideen zu priorisieren. Früher habe ich Schwarz-Weiß bevorzugt – heute liebe ich kräftige Farben.Wenn du keine Illustratorin wärst – was dann?Ich würde gern mit Tieren arbeiten – etwa in einem Tierheim oder in der Umweltbildung für Kinder.Was ist das Schwierigste am Illustrator:innen-Beruf?Stabilität, sich nicht mit anderen zu vergleichen, und der Umgang mit Social Media.Was ist der beste Ratschlag, den du je bekommen hast?Die Zeichenfläche spiegeln – sei es mit einem Spiegel oder digital. Das ist der schnellste Weg, Unausgewogenheiten zu erkennen.Welchen Karriereratschlag würdest du deinem jüngeren Ich geben?Sei selbstbewusst mit deiner Arbeit – und hab keine Angst, dich zu zeigen. Ein bisschen „Fake it till you make it“ hilft.Hast du einen Tipp für andere Illustrator:innen?Einfach zeichnen! Nicht zu sehr auf Ziele fixieren – lieber regelmäßig auftauchen und den Prozess genießen.