Was hat dich dazu bewogen, Illustratorin zu werden?Ich habe schon immer gerne gezeichnet und mich generell für Kunst interessiert. Als ich die Schule verließ, wusste ich, dass ich etwas im Bereich der Kunst machen wollte. Ich habe an der Universität Kunstgeschichte studiert und nebenbei gezeichnet und gemalt. Nach meinem Abschluss beschloss ich, meine Zeichen- und Malfähigkeiten weiterzuentwickeln, und schrieb mich an der École Pivaut in Nantes, Frankreich, ein. Ich hatte immer noch keine Ahnung, was ich danach machen würde. Erst als ich nach dem ersten Jahr einen Schwerpunkt wählen musste, entdeckte ich die Illustration.Wo bist du aufgewachsen?Ich bin in einer kleinen Stadt namens Neuville de Poitou in Frankreich aufgewachsen.Wo lebst du jetzt und was hat dich dorthin gezogen?Ich lebe in East London. Ich bin vor 15 Jahren hierhergezogen – meine Schwester lebte bereits hier und ich bin nach meinem Studium zu ihr gezogen. Zunächst habe ich im Gastgewerbe gearbeitet, was mir geholfen hat, mich einzuleben und die Sprache zu lernen. Als ich mich eingelebt hatte, beschloss ich, wieder zur Illustration zurückzukehren.Beschreibe uns doch mal dein Atelier.Ich habe in meinem Wohnzimmer einen kleinen Schreibtisch mit ein paar Regalen, den ich einfach liebe! Ich habe ihn mit einigen meiner Lieblingssachen vollgestellt – alten Bildern, Antiquitäten und vielen Zeichnungen meiner Tochter. Mein Hund hat einen Sessel direkt neben mir, und auf der anderen Seite befindet sich der Arbeitsplatz meines Mannes. Ein wirklich perfekter Ort!Hast du ein Atelier-Haustier?Ja, eine Hündin namens Penni. Ich liebe es, sie zu zeichnen!Wer oder was ist deine größte Inspiration?Ich lasse mich gerne von Ereignissen aus meinem Alltag zu Bildern inspirieren und bin fest davon überzeugt, dass man das am besten zeichnet, was man am besten kennt. Momentan sind das meine kleine Tochter und meine Hündin Penni oder jede Szene, die mir auf der Straße auffällt.Wenn du mit einem anderen Künstler oder Kreativen eines beliebigen Genres zusammenarbeiten könntest – egal ob lebendig oder verstorben –, wer wäre das?Ich würde sehr gerne an der Charakterentwicklung für einen Animationsfilm arbeiten – insbesondere an einem traditionellen Stop-Motion-Film des LAIKA-Studios in Portland, Oregon.Wie verbringst du deinen freien Tag am liebsten?Ich gehe in eine Ausstellung oder auf einen Flohmarkt.Was ist dein wertvollster Besitz und warum?George, eine Vintage-Puppe, die ich auf einem Flohmarkt in Frankreich gefunden habe.Sammelst du irgendetwas?Antiquitäten. Ich liebe alte Gegenstände, Bildbände oder eigentlich alles, was eine Geschichte hat. Eine besondere Leidenschaft habe ich für alte Schachteln! Meine Eltern haben früher Antiquitäten gesammelt und auf Flohmärkten in Paris gearbeitet, als ich noch klein war. Sie nahmen meine Schwester und mich immer mit. Wir verbrachten den ganzen Tag damit, an den verschiedenen Ständen herumzustöbern und mit unserem kleinen Taschengeld hier und da etwas zu kaufen.Was hörst du dir an, wenn du arbeitest?Ich höre mir beim Arbeiten – oder eigentlich bei allem, was ich tue – sehr gerne True-Crime-Podcasts an!Was ist dein Lieblingspodcast?„Casefile True Crime“.Wer ist dein künstlerisches Vorbild?Da gibt es viele, aber besonders gefallen mir die Arbeiten von Jenny Saville.Wer ist dein Design-Vorbild?Hector Guimard.Wer ist dein musikalisches Vorbild?Edith Piaf.Was ist dein Lieblingsbuch?„Coin Locker Babies“ von Ryu Murakami.Was ist dein Lieblingszitat?„Nichts geht verloren, nichts wird geschaffen, alles verwandelt sich“ – Antoine-Laurent de Lavoisier.Welchen Film kannst du dir immer wieder ansehen?„Instinct“.Was war die letzte Ausstellung, die du gesehen hast und die dir gefallen hat?Yoshitomo Nara in der Hayward Gallery in London.Wenn du einen Ort auf der Welt besuchen könntest, wohin würdest du gehen?Ich wollte schon immer nach Berlin – diese Stadt hat so viel Geschichte und eine großartige Kunstszene.Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch eine einzige Speise essen dürftest, welche wäre das?Sushi.Wenn ein Auftraggeber dir genug Geld zahlen würde, um dir ein Jahr Auszeit zu nehmen und genau das zu schaffen, was du willst – ein offenes Briefing, ganz ohne Einschränkungen –, was würdest du dann liefern?Ein Kinderbuch mit meiner eigenen Geschichte und meinen eigenen Illustrationen!Gibt es eine Art von Auftrag, den du noch nicht gemacht hast, den du aber gerne machen würdest?Ich würde sehr gerne Illustrationen für eine Kinderzeitschrift erstellen. Als Kind habe ich immer diese Monatszeitschrift namens „J’aime Lire“ gelesen. Die Geschichten waren toll und ich habe die Illustrationen geliebt. Ich habe schon immer davon geträumt, eines Tages von ihnen beauftragt zu werden.Wenn du keine Illustratorin wärst, was wärst du dann?Ich wäre gerne Modellbauerin oder Requisitenstylistin für Stop-Motion-Animationsfilme.Was ist die größte Herausforderung als Illustratorin?Für mich ist es, sich selbst zu verkaufen und zu vermarkten – den richtigen Weg zu finden, um die eigene Arbeit zu präsentieren und sie den richtigen Leuten vorzustellen.Welchen Karriere-Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?Jeden Tag zu zeichnen, keine Angst vor Fehlern zu haben und mehr auf mich selbst zu vertrauen. Weniger Angst davor zu haben, hinauszugehen und Dinge auszuprobieren. So findet man heraus, was einem gefällt und worin man gut ist.