Wie bist du dazu gekommen, Illustrator zu werden?Ich habe schon immer gezeichnet und bin in einem künstlerischen Umfeld aufgewachsen; daher war dieser Weg für mich ganz natürlich.Hast du Illustration studiert?Nein, ich habe Architektur studiert, aber dadurch habe ich einen umfassenderen Blick auf die Kunst gewonnen. Ich habe viel über Komposition, Farben, Stile und Techniken gelernt, aber auch über Kunstgeschichte.Wo bist du aufgewachsen?In Bukarest, Rumänien.Gibt es eine Kindheitserinnerung mit Bezug zur Kunst, die dir besonders am Herzen liegt?Ich erinnere mich daran, wie mein Vater Stillleben mit Pastellkreide für mich gezeichnet und eine improvisierte Batman-Maske gebastelt hat.Wo wohnst du jetzt und was hat dich dorthin verschlagen?Ich bin bisher nicht umgezogen, würde aber in Zukunft gerne von verschiedenen Orten aus arbeiten.Beschreibe uns dein Atelier.Es ist nur eine kleine Ecke unserer Wohnung, aber sie ist sehr sonnig. Ich bin von Kunstbüchern umgeben, die für Inspiration direkt in Reichweite stehen.Hast du ein Atelier-Haustier?Ja, unseren Hund Pixel. Wir haben ihn nach unserer Leidenschaft für Design benannt! Tagsüber, wenn ich von zu Hause aus arbeite, schläft er meistens, aber bei längeren Arbeitsphasen kommt er vorbei, um sich Streicheleinheiten abzuholen.Wer oder was ist deine größte Inspirationsquelle?Visuell gesehen sind es wohl die Filme von Wes Anderson. Der mutige Einsatz von Farben und die Liebe zum Detail bei der Gestaltung von Materialien und fantastischen Kulissen.Wenn du mit einem anderen Künstler oder Kreativen – egal aus welchem Genre, ob lebend oder verstorben – zusammenarbeiten könntest: Wer wäre das?Ich würde liebend gerne ein Filmplakat für Wes Anderson entwerfen oder ein Albumcover bzw. Merchandise für „Nothing but Thieves“ gestalten.Wie verbringst du am liebsten einen freien Tag?Einfach entspannen, Podcasts nachholen, Comics lesen und Zeit draußen mit Pixel genießen.Was ist dein wertvollster Besitz und warum?Aus emotionalen Gründen ist es eine Sammlung von Kunst- und Architekturbüchern meines Vaters.Für welche Anliegen setzt du dich besonders ein?Als Illustrator sind das natürlich die Rechte von Urhebern und Kreativen – besonders angesichts der zunehmenden Verbreitung von KI. Als jemand, der in Bukarest lebt, möchte ich jedoch ein Projekt unterstützen, das darauf abzielt, die Stadt fußgängerfreundlicher sowie angenehmer für Kinder und ältere Menschen zu gestalten. Meine Freundin und ich unterstützen außerdem gerne lokale Initiativen oder Spendenaktionen.Sammelst du irgendetwas?Hauptsächlich Kunstbücher und Comics. Ich habe gerade erst mit einer kleinen Vinyl-Sammlung begonnen.Was ist dein Lieblings-Podcast?Ich weiß nicht, ob man sie als Podcasts bezeichnen würde, aber es sind einige auf Comics spezialisierte YouTube-Kanäle: „Inkscribes“ und „Comics Rot your Brain“. Ich liebe es einfach, Einblicke in den kreativen Prozess und die künstlerische Entwicklung zu gewinnen.Welche war die erste Schallplatte, die du gekauft hast?Das muss tatsächlich „St. Anger“ von Metallica gewesen sein. Mich hat vor allem das Artwork von Pushead angesprochen. Das war kurz nachdem ich durch Mixtapes, die ein Schulfreund für mich zusammengestellt hatte, den Classic Rock für mich entdeckt hatte.Wer ist dein künstlerisches Vorbild?Da wäre James Jean – vor allem wegen seines Wandels vom unabhängigen Comic-Künstler hin zu einem weltweit anerkannten Künstler, der an großen Filmprojekten mit Guillermo del Toro arbeitet. Außerdem mag ich seinen sehr einfallsreichen Umgang mit Farben und Charakteren.Wer ist dein Design-Vorbild?Es gibt viele zur Auswahl; aktuell habe ich eine Schwäche für das schwedische Bedow Studio sowie für die Teams hinter dem POV Design Festival in Ungarn, Comet & CM Supply.Wer ist dein Musik-Vorbild?Aufgrund seiner ständigen Neuerfindungen würde ich Beck sagen. Ich kenne alle seine Alben und bin immer wieder beeindruckt – nicht nur von der Qualität, sondern auch davon, wie unterschiedlich sie sind und wie er stets nach etwas Neuem sucht.Was war dein bisher liebster Auftrag?Das Porträt-Triptychon für *Little White Lies* zum Film *Challengers*. Es war schon immer ein Traum von mir, redaktionelle Illustrationen für *Little White Lies* zu machen, und ich habe genau den richtigen Auftrag bekommen: für einen Film von Luca Guadagnino.Was ist dein Lieblingsbuch?Es ist schwer, sich zu entscheiden, aber *Klara und die Sonne* von Kazuo Ishiguro hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine sehr berührende Geschichte – Science-Fiction, verpackt in alltägliche Nuancen statt in Technik-Jargon. Ich liebe aber auch *Shogun* von James Clavell, und der Sci-Fi-Nerd in mir wird sich niemals von meiner Kurzgeschichtensammlung von Philip K. Dick trennen.Was ist dein Lieblingszitat?„Sei du selbst; alle anderen sind schon vergeben“ von Oscar Wilde.Welchen Film kannst du immer wieder ansehen?Filme sind für mich wie „Comfort Food“! Im Moment sind das *Prestige – Die Meister der Magie* von Christopher Nolan und Wes Andersons *Grand Budapest Hotel*.Welche Serie hast du zuletzt am Stück geschaut?Ich habe gerade die Miniserie *Shogun* beendet.Welche Ausstellung hast du zuletzt besucht und geliebt?Eine lokale Kunstmesse mit Illustratoren und Künstlern. Die dort gezeigte Kreativität hat mich begeistert. Es scheint, als würde sich die Kunstszene in Bukarest jedes Jahr weiterentwickeln und vorankommen.Wenn du jeden beliebigen Ort der Welt besuchen könntest, wohin würdest du reisen? Ich bin da recht unkompliziert: Ich würde jederzeit wieder nach Barcelona fahren und diesmal vielleicht sogar dorthin ziehen.Wenn dir ein Kunde genug Geld zahlen würde, damit du ein Jahr Auszeit nehmen und erschaffen kannst, was immer du willst, völlig freie Hand, keinerlei Vorgaben, was würdest du dann kreieren?Ich würde mich wahrscheinlich an einem Comic oder einer Graphic Novel versuchen.Gibt es eine Art von Auftrag, die du noch nie übernommen hast, aber sehr gerne einmal machen würdest?Ich würde gerne an einem Animationsprojekt arbeiten.Wie haben sich deine Arbeit und dein Stil im Laufe der Zeit entwickelt?Ich habe mich von meiner ursprünglichen Arbeitsweise weiterentwickelt; mein Stil ist realistischer geworden und ich experimentiere viel stärker mit Farben. Ich hatte das Glück, Projekte zu bekommen, die meinen Horizont erweitert und mir ein tieferes Verständnis der Welt vermittelt haben – ich denke da vor allem an Aufträge für Nachrichtenmedien und Zeitschriften.Wenn du kein Illustrator wärst, was wärst du dann?Definitiv Architekt – das war schließlich meine erste Wahl. Ein Architekt, der nach großartiger Kunst sucht, um die Wände seiner Bauprojekte zu schmücken.Gibt es eine Lektion im Berufsleben, die du auf die harte Tour lernen musstest?Als Freiberufler sollte man immer eine Anzahlung verlangen; das habe ich gelernt, nachdem Kunden nach Projektabschluss nicht gezahlt haben. Und man muss Verträge immer genau durchlesen, wirklich immer.Was ist die größte Herausforderung am Beruf des Illustrators?Für mich persönlich ist es das ständige Gefühl, kreativ sein und ständig Neues erfinden zu müssen – neue Konzepte, neue visuelle Ideen. Das kann ermüdend sein. Aber ich habe festgestellt, dass schon das Lesen eines Buches, Musikhören oder der Griff zu einem Comic den kreativen Fluss anregen kann. Außerdem ist niemand ständig kreativ; letztlich ist alles irgendwie ein Remix, und es kommt einfach auf die Perspektive an. Je persönlicher diese Perspektive ist, desto besser.Was ist der beste Rat, den du je erhalten hast?Vertrau auf dein Bauchgefühl.Welchen beruflichen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?Mach einfach weiter so wie bisher, es wird alles gut werden.Was hörst du, wenn du arbeitest? Ich habe eine sehr vielseitige Playlist, die von Electronica über Soft Rock und Synth-Pop der 70er und 80er Jahre, Grunge und Dance bis hin zu eher ausgefallener Instrumentalmusik reicht.