Was hat dich dazu geführt, Illustratorin zu werden?Seit meiner Kindheit war ich von illustrierten Büchern fasziniert. Ich habe Seiten aus Magazinen herausgerissen, wenn mir die abgebildeten Illustrationen gefielen, und sogar Bonbon- und Keksverpackungen gesammelt, wenn sie verspielte Zeichnungen zeigten. Diese Bilder haben mir den Tag verschönert und mir das Gefühl gegeben, dass Illustration Freude und positive Energie in den Alltag bringen kann.Hast du Illustration studiert?Ja, ich habe an der Kingston School of Art in London, Großbritannien, studiert.Wo lebst du derzeit und was hat dich dorthin geführt?Ich teile meine Zeit zwischen London und meiner Heimatstadt Hefei in China. London hält mich in Kontakt mit der kreativen Welt, während Hefei mich durch Familie und Kindheitserinnerungen erdet.Beschreibe uns dein Atelier.Es ist mein Wohlfühlort, teils Bibliothek, teils Spielplatz. Ich habe Regale voller illustrierter Bücher, Schubladen mit Materialien, denen ich nicht widerstehen kann, und es ist auch ein Treffpunkt, an dem ich kreative Freund:innen empfange.Hast du ein Atelierhaustier?Ja, meinen Papagei Doudou, der beim Arbeiten gerne versucht, mir „Feedback“ zu geben!Wer oder was ist deine größte Inspirationsquelle?Ich schöpfe aus vielen Quellen, es ist schwer, nur eine zu nennen. Britische Druckgrafik, französische Comics und chinesische Scherenschnitte haben alle meinen Blick auf das Gestalten geprägt.Wie verbringst du am liebsten einen freien Tag?Nach einem morgendlichen Workout gehe ich gerne mit Skizzenbuch und Kamera in einen Park, Garten, ans Meer oder in ein Café. Das Beobachten von Pflanzen, Menschen und kleinen Alltagsszenen inspiriert mich immer zu neuen Geschichten.Verfolgst du nachhaltige Gewohnheiten in deinem Alltag?Ich recycele alles von Papier bis zu Bändern und verwende vieles in kreativen Projekten oder Workshops wieder. Es macht mir Freude, Materialien ein zweites Leben zu geben.Sammelst du etwas?Ich war schon immer eine Sammlerin! Früher Verpackungen und Briefmarken, später Schreibwaren und CDs. Heute sammle ich Illustrationsbücher und Parfums mit besonderen Düften.Wer ist dein musikalisches Vorbild?Ryuichi Sakamoto für seine Fähigkeit, Emotionen in Klang zu verweben.Wenn du überall auf der Welt hinreisen könntest, wohin würdest du gehen?Nach Island, um seine Landschaften zu erleben und dem Alltagsrhythmus eine Zeit lang zu entfliehen.Gibt es ein zufälliges Thema, auf dem du dich als Expertin betrachtest?Kochen und Fotografie. Beides sind für mich andere Formen des kreativen Ausdrucks.Wenn dir ein Auftraggeber genug Geld geben würde, um ein Jahr frei zu arbeiten und zu erschaffen, was du willst – ohne Vorgaben – was würdest du machen?Ich würde mich in ein Naturschutzgebiet zurückziehen und eine Animationsserie schaffen, die die Schönheit und Faszination der Tierwelt feiert.Gibt es einen Auftrag, den du noch nicht hattest, aber gerne machen würdest?Ja, eine Animationskampagne für eine Parfüm- oder Modemarke. Ich würde gern durch Bilder eine Geschichte über Handwerkskunst und Tradition erzählen, die Schönheit sichtbar macht. Mich ziehen Werke an, die mit echter Sorgfalt und Kunstfertigkeit entstehen.Wie hat sich deine Arbeit im Laufe der Zeit entwickelt?Ich bin mutiger geworden, was das Kombinieren von Medien und Stilen betrifft – von reinen Standbildern hin zu Animationen und interaktiven Formaten. Mich interessiert, neue Wege des Erzählens zu erkunden.Wenn du keine Illustratorin wärst, was wärst du dann?Lehrerin. Ich würde mein Wissen über Illustration weitergeben und gemeinsam mit anderen Kreativität erforschen.Was ist die größte Herausforderung im Beruf der Illustratorin?Der Wunsch, immer neue Arten von Projekten zu übernehmen. Neugier und Offenheit sind inspirierend, bedeuten aber auch, sich ständig zu fordern.Hast du einen Rat für andere Illustrator:innen?Baue ein starkes, vielseitiges Portfolio auf und arbeite weiter an der Kunst, die du liebst. Durchhaltevermögen und Leidenschaft sind genauso wichtig wie handwerkliches Können.