Was hat dich dazu gebracht, Illustratorin zu werden?Zeichnen war schon früh ein wichtiger Teil meines Lebens – es war eindeutig mein Lieblingsfach in der Schule, wo ich glücklicherweise großartige Kunstlehrkräfte hatte. Mit 18 habe ich mich für ein Art Foundation Year beworben, in der Hoffnung, eine klare Richtung zu finden. Während des Bewerbungsgesprächs sagte der Dozent, mein Stil sei sehr illustrativ – und das war für mich der Auslöser. Der Dozent war Tony Preston an der Tor Bridge High in Plymouth, der leider 2017 verstorben ist. Er war eine große Inspiration und hat mich auf den Weg gebracht, den ich heute gehe – dafür bin ich ihm sehr dankbar.Hast du Illustration studiert?Ja – auf Tonys Empfehlung hin habe ich dann Illustration an der Falmouth University studiert. Das war eine großartige Entscheidung, ich habe jede Minute dieser drei Jahre genossen.Wo bist du aufgewachsen?Ganz in der Nähe der Uni – im sonnigen Plymouth.Wo lebst du heute – und was hat dich dorthin geführt?Ich bin kürzlich nach Dorking gezogen, eine kleine Stadt in Surrey. Nach sechs Jahren Miete in London habe ich mir mehr Platz und frische Luft gewünscht – und vor allem wollte ich endlich den Traum vom eigenen Hund verwirklichen.Wie sieht dein Atelier aus?Aktuell wohne ich übergangsweise bei Freund:innen, während an unserem Haus gearbeitet wird – mein Studio ist daher nur provisorisch. Geplant ist aber ein Gartenbüro in den nächsten ein bis zwei Jahren – darauf freue ich mich sehr. Und hoffentlich wird mein zukünftiger Hund ein guter Kollege.Mit wem würdest du gern einmal zusammenarbeiten – egal ob lebend oder verstorben?Mit dem Illustrator Charley Harper. Wenn er noch leben würde, würde ich unglaublich gern von ihm lernen. Als Teenager habe ich mir auf einer Klassenfahrt nach London das Buch An Illustrated Life von Todd Oldham über ihn gekauft – und ich schaue es mir bis heute an, wenn ich Inspiration brauche.Was war dein Lieblingsprojekt bisher?Bevor ich hauptberuflich als Freelancerin gearbeitet habe, baten mich Freund:innen und Familie oft, Porträts ihrer Hunde zu zeichnen – das habe ich sehr gern gemacht. Zu sehen, wie viel das den Menschen bedeutet, war unglaublich motivierend – und hat mich bestärkt, Illustration zum Beruf zu machen. Wenn man genau hinschaut, findet man auf meinen Karten fast immer mindestens einen Hund – und meine Kund:innen scheinen das zu mögen, was mich sehr freut.Wie verbringst du einen freien Tag am liebsten?Schön spazieren gehen, etwas Leckeres kochen und danach gute Cocktails machen.Was ist dein Lieblings-Comfort-Food?Zurzeit: Cherrytomaten mit Knoblauch und Chili langsam rösten, pürieren, mit Linguine mischen – und eine halbe Burrata obendrauf. Ich mache das nur freitagabends – das rettet mir die Woche.Welcher Film geht immer?Interstellar – immer wieder.Welche Serie hast du zuletzt durchgebingt?The Bear. Intensiv, hat mich oft zum Weinen gebracht – aber eine der besten Serien, die ich seit Langem gesehen habe.Wohin würdest du gern reisen?Ich würde gern Orte besuchen, an denen einige meiner Lieblingsfilme und -serien gedreht wurden. Es gibt zu viele, um sie alle aufzuzählen – aber vielleicht nicht besonders cool, dafür ganz oben auf meiner Liste: das Mrs. Doubtfire-Haus in San Francisco.Wie trennst du Arbeit und Privatleben?Ganz simpel: Ich halte mich an feste Arbeitszeiten, überschreite sie nur bei dringenden Projekten und schaue in der Freizeit nicht in meine Arbeitsmails. Anfangs war das schwer, aber mittlerweile funktioniert es gut – und ich mag meine Arbeit dadurch sogar noch mehr.Was hörst du beim Arbeiten?Fast durchgehend True-Crime-Podcasts. Someone Knows Something, The Teacher’s Pet und Sweet Bobby sind ein paar Favoriten, die ich sehr empfehlen kann.Wenn du keine Illustratorin wärst – was dann?Ich schwanke zwischen Gärtnerin und Hundefriseurin – oder beides!Welchen Karriereratschlag würdest du deinem jüngeren Ich geben?Lass dich nicht entmutigen, wenn der Traumjob nicht sofort kommt! Auch „falsche“ Jobs können dich auf den richtigen Weg bringen. Weitermachen, bis es passt.Hast du einen Tipp für andere Illustrator:innen?Versuch nicht, zu perfekt zu sein – meistens ist der erste Entwurf der beste.