Wie bist du dazu gekommen, Illustrator zu werden?Ich habe schon immer gerne gezeichnet. Der Schritt zum Illustrator war also ganz natürlich: Ich mache immer noch dasselbe, nur eben beruflich. Ich fing in der Werbeagentur, in der ich arbeitete, mit Skizzen an und traute mich dann, mehr zu wagen.Hast du Illustration studiert?Ich habe keine formale Ausbildung in diesem Bereich absolviert. Ich habe ein paar Online-Kurse bei Denis Zilber belegt – eine kleine finanzielle Investition, aber eine großartige Lernerfahrung bei jemandem, der sich sehr gut ausdrücken kann; ich kann ihn nur wärmstens empfehlen.Wo bist du aufgewachsen?Ich bin in Chile (Südamerika) geboren und aufgewachsen – einem Land voller Natur und Orte, die einen kreativ inspirieren.Wo lebst du jetzt und was hat dich dorthin verschlagen?Ich lebe immer noch in Chile, meinem Heimatland. Allerdings schließe ich nicht aus, in Zukunft in einem anderen Land zu leben, um neue Horizonte und Inspirationen zu finden. Früher war ich sehr an diesen Ort gebunden, aber heute verspüre ich diese Abhängigkeit nicht mehr. Ich fühle mich frei, überallhin zu gehen.Wer oder was ist deine größte Inspiration?Meine größte Inspiration und Motivation ist es, eine Idee vermitteln zu können. Einen Gedanken oder eine Überlegung prägnant auszudrücken – sei es durch einen Satz, ein Bild, ein Video oder ein anderes Medium. In dieser Hinsicht mag ich Denis Zilber sehr, mit seinen ausdrucksstarken Charakteren, oder auch Jim Carrey, der es durch seine Gestik schafft, zu der Person zu werden, die er gerade imitiert.Wenn du mit einem anderen Künstler oder Kreativen – egal welcher Sparte, ob lebend oder verstorben – zusammenarbeiten könntest, wer wäre das?Vielleicht würde ich gerne mit „Unnecessary Inventions“ zusammenarbeiten. Ich finde seine Arbeit unglaublich kreativ; sie unterscheidet sich von meiner, da es um Objektdesigns geht. Es wäre also interessant, etwas für mich Ungewöhnliches zu machen.Wenn du eine Künstlerresidenz deiner Träume finanziert bekämest: Wohin würdest du gehen und was würdest du erschaffen?Ich würde wahrscheinlich an einen Strand gehen, etwa nach Indonesien oder in die Karibik. Und ich würde gerne mehr als nur Illustrationen machen: Objekte, kreative Lösungen für Marken – Kreativität in allen möglichen Formaten. Wie verbringst du am liebsten deinen freien Tag?Ich mag Sport und die Natur sehr. Ein gelungener Tag kann also ein Krafttraining im Fitnessstudio, eine Bergwanderung sowie Zeit in der Natur und am Wasser beinhalten. Ich schwimme für mein Leben gern.Was ist dein wertvollster Besitz und warum?Emotional gesehen ist es wohl mein iPad. Denn damit kann ich Ideen umsetzen, die mir im Kopf herumschwirren. Und na ja, es ist auch teuer – es lohnt sich also in jeder Hinsicht.Für welche Anliegen setzt du dich besonders ein?Ich würde sagen, ich identifiziere mich mit einem gesunden Lebensstil und Sport. Ich glaube, dass körperliche Betätigung und Bewegung keine bloße Option sind, sondern ein biologisches Bedürfnis von Körper und Geist – ein Bedürfnis, das manche Menschen einfach schon von Natur aus stillen.Wie trennst du Beruf und Privatleben?Ich glaube, das ist auch ein Grund, warum ich Sport so mag: Bei meiner Arbeit geht es darum, still zu sein, in sich zu gehen und Bilder zu erschaffen. Wenn ich Feierabend habe, möchte ich deshalb aktiv sein, mich bewegen und mich nach außen richten.Sammelst du irgendetwas?In dieser Hinsicht bin ich total langweilig. Ich bin eher chaotisch veranlagt und kein Typ, der viel dekoriert oder sammelt.Was hörst du beim Arbeiten?Bei der Arbeit spiele ich gerne Musik für alle meine Kollegen. Oft lege ich romantische Balladen auf – ganz nach dem Geschmack einer älteren Dame! Das ist einfach am besten, um sich inspirieren zu lassen.Was war dein bisher bester Auftrag?Ich glaube, am liebsten habe ich an Kampagnen für das Werbefestival in Cannes gearbeitet. Es waren sehr kreative Ideen mit ausdrucksstarken Charakteren; ich hatte viel gestalterischen Freiraum und arbeitete mit erstklassigen Art Directors zusammen.Wer ist dein künstlerisches Vorbild?Ich glaube, das ist Denis Zilber, denn durch seine Kurse habe ich alles Technische gelernt, was ich heute weiß. Und dann noch Oscar Ramos: Ich bewundere seine Kunst, und er ist auch menschlich großartig – er hat mir immer bei allen möglichen Fragen weitergeholfen.Wenn du kein Illustrator wärst, was wärst du dann?Ich glaube, ich wäre gut als Produzent im audiovisuellen Bereich aufgehoben. Vielleicht auch als Sänger oder Schauspieler. Ich liebe es, mich künstlerisch auszudrücken und mich auf jede erdenkliche Weise zu entfalten.Hast du verborgene Talente?Ich glaube, ich kann gut zuhören. Das ist eine Fähigkeit, von der ich anfangs gar nichts wusste, die ich aber im Laufe der Jahre entwickelt habe.Wie würde dich jemand beschreiben, der dich gut kennt?Ich würde mich wohl als „großes Kind“ bezeichnen: lustig, manchmal etwas aufgedreht und voller Energie, kreativ, bisweilen sehr intensiv, aber in anderen Momenten eher ruhig und schüchtern.Welchen Film kannst du dir immer wieder ansehen?Ich glaube, *Matrix* und *Der Herr der Ringe*. Beide stammen aus fast demselben Jahr und haben eine starke Botschaft.Welche Serie hast du zuletzt am Stück geschaut?Ich bin kein großer Serienfan, aber ich habe eine Leidenschaft für Dokumentationen entwickelt. Die letzte, die ich gesehen habe, handelte von Kuba – seiner Geschichte, dem politischen System und den internen Konflikten.Was ist dein Standard-Karaoke-Song?Wahrscheinlich etwas von Bryan Adams. Ich mag Balladen, und er ist ein großartiger Interpret dieses Genres.Gibt es irgendein spezielles Thema, bei dem du dich als Experte betrachtest?Ich glaube, ich kenne mich ganz gut mit Sporttraining aus – sei es Radfahren oder Fitnessstudio. Ich denke, ich habe eine solide Basis und gute Informationsquellen, auf die ich zurückgreife.Was ist der beste Rat, den du je bekommen hast?Leg die Angst vor Peinlichkeit so schnell wie möglich ab. Es ist eine selbst auferlegte Last, die alles so schwer macht. Das ist zwar leicht zu verstehen, aber sehr schwer in die Praxis umzusetzen.Welchen beruflichen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?Er würde mir wahrscheinlich sagen, ich solle daran denken, dass ich frei bin. Das ist eigentlich offensichtlich, aber etwas, das ich bis vor Kurzem gar nicht bedacht habe. Es geht darum, sich das Spektrum an Möglichkeiten zu erschließen – sei es bei Jobs, Projekten oder persönlichen Entscheidungen.Gibt es eine berufliche Lektion, die du auf die harte Tour lernen musstest?Dass man sehr genau auf die Rechtschreibung achten muss. Ich musste einmal eine Arbeit in den Druck geben, die weltweit verbreitet werden sollte, und sie enthielt einen Fehler.Hast du Tipps oder Ratschläge für andere Illustratoren?Ein Ratschlag wäre: Warte nicht darauf, dass die Dinge zu dir kommen. Eigeninitiative ist in allen Lebensbereichen enorm wichtig. Und tu das, was dir gefällt, ohne ständig daran zu denken, ob es auch den Betrachtern deiner Arbeiten gefallen wird. Du musst dir über deine Prioritäten im Klaren sein: Du selbst stehst an erster Stelle und dann wird sich immer jemand finden, dem deine Arbeit gefällt.