Wie bist du dazu gekommen, Illustratorin zu werden?Ich zeichne, solange ich denken kann; daher wusste ich schon früh, dass ich mein Leben der Kreativität widmen wollte.Hast du Illustration studiert?Ja, ich habe Illustration in Caracas, Venezuela, studiert. Aber ich habe seitdem nie aufgehört zu lernen. Ich eigne mir ständig neue Werkzeuge und Techniken an. Im Moment experimentiere ich sogar mit AR-Illustrationen. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch.Wo bist du aufgewachsen?Ich bin in Caracas, Venezuela, aufgewachsen. Aber ich lebe schon seit 20 Jahren in Miami.Gibt es eine Kindheitserinnerung mit Bezug zur Kunst, die dir besonders am Herzen liegt?Ja, die gibt es. Mein Großvater fertigte Neonreklamen mit fantastischen Schriftarten an. Wenn ich ihn besuchte, ging ich für mein Leben gern in seine Werkstatt; sie sah aus wie das Labor eines verrückten Wissenschaftlers. Diese Momente mit ihm werde ich immer in Ehren halten.Wo lebst du jetzt und was hat dich dorthin verschlagen?Im Moment lebe ich in Miami. Ich bin hierhergekommen, als ich für ein Unternehmen arbeitete, das mich von Caracas nach Miami versetzte. Als die Büros hier geschlossen wurden und wir entlassen wurden, beschloss ich zu bleiben, weil die politische Lage in meinem Heimatland ziemlich schlecht war.Beschreibe uns doch mal dein Atelier.Ich teile mir einen Raum mit meinem Mann, der aussieht wie ein Kunstfachgeschäft! Wir haben dort alle möglichen technischen Geräte, Software und Kunstmaterialien. Wir sind ständig kreativ und experimentieren mit neuen „Spielereien“. Es ist einfach schön, jemanden an der Seite zu haben, der einem ehrliches Feedback gibt und einen dabei unterstützt, sich weiterzuentwickeln.Hast du ein Atelier-Haustier?Wir haben einen kleinen Vogel namens Kiwi.Wer oder was inspiriert dich am meisten?Meine größte Inspiration sind die Frauen in meinem Leben: meine beiden Großmütter, meine Mutter und natürlich meine Schwester. In der Kunstwelt bewundere ich Frida Kahlo, Yayoi Kusama, Judy Chicago und Es Devlin.Wenn du die Finanzierung für eine Traum-Residency für Künstler bekämest: Wohin würdest du gehen und was würdest du dort erschaffen? Ich würde in lateinamerikanische Länder wie Venezuela oder Mexiko reisen, um dort Wissen über Kreativität und Technologie zu vermitteln und zu zeigen, wie man beides miteinander verbindet, um großartige Kunst zu schaffen.Was ist dein wertvollster Besitz und warum?Mein Reisepass. Denn er erinnert mich an all die Lektionen, die ich gelernt habe, an die Orte, die ich besucht habe, und an die wunderbaren Menschen, denen ich begegnet bin. Reisen öffnet den Horizont; ich glaube, es ist die beste Investition, die man in sich selbst tätigen kann.Sammelst du irgendetwas?Früher habe ich auf Reisen immer Löffel gesammelt, aber ich bin so oft umgezogen, dass ich das nicht mehr mache.Welche war die erste Schallplatte, die du gekauft hast?Björks „Debut“.Wer ist dein künstlerisches Vorbild?Da muss ich Frida Kahlo nennen. Sie war Latina und ihrer Zeit weit voraus. Und obwohl sie ein tragisches Leben führte, hat sie das nicht davon abgehalten, künstlerisch tätig zu sein.Wenn du keine Illustratorin wärst, was wärst du dann?Ich wäre Modedesignerin.Wie verbringst du am liebsten einen freien Tag?Ganz entspannt zu Hause mit meiner Familie – Filme schauen und Popcorn essen.Für welche Anliegen setzt du dich leidenschaftlich ein?Gleichberechtigung der Geschlechter. Ich unterstütze Frauen, indem ich sie engagiere, Illustrationen über Frauen anfertige und Kunst schaffe, die Frauenrechte stärkt.Wie trennst du Berufliches von deinem Privatleben?Gar nicht! Haha, ich arbeite von zu Hause aus, und auch wenn ich ein Atelier im Haus habe, fließt alles ständig ineinander über.Achtest du auf bestimmte Gewohnheiten oder Verhaltensweisen, um nachhaltiger zu leben?Ich kaufe nicht mehr so viele Kleidungsstücke und Schuhe wie früher. Die Modeindustrie ist nach der Öl- und Gasindustrie der zweitgrößte Umweltverschmutzer. Deshalb kaufe ich nur ein Paar Schuhe pro Jahr – und zwar nur zu meinem Geburtstag –, worauf ich sehr stolz bin.Gibt es eine Lektion im Berufsleben, die du auf die harte Tour lernen musstest?Ja! „Nein“ zu sagen zu Menschen, die einen nicht unterstützen oder keine Freude ins eigene Leben bringen.Was ist der beste Rat, den du je bekommen hast?Bleib dir selbst treu.Wenn du jeden Ort der Welt besuchen könntest – wohin würdest du reisen?Ich träume schon seit meiner Kindheit davon, nach Japan zu reisen. Ich weiß, dass dieser Tag kommen wird.Hast du verborgene Talente?Ja, ich spiele gut Tennis, Racquetball, Squash und Tischtennis. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich habe ein gutes Händchen für Schlägersportarten.Wie würde dich jemand beschreiben, der dich gut kennt?„Sie ist ein sehr kreativer, unterhaltsamer und fröhlicher Mensch.“Was ist dein liebstes „Comfort Food“?Arepas! Ich bereite sie jeden Sonntag für meine Zwillinge zu, und sie lieben sie.Welchen Film kannst du dir immer wieder ansehen?Zurück in die Zukunft.Welche Serie hast du zuletzt am Stück geschaut (gebinged)?Ted Lasso.Wenn du deinen eigenen Grabspruch in einem einzigen Satz verfassen müsstest – wie würde er lauten?„Hier ruht eine Seele, die lebte, um zu inspirieren – angetrieben von der Liebe zu Kunst und Kreativität.“Was ist dein Lieblingszitat?„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“Welchen beruflichen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?Vergleiche dich nicht mit anderen; es spielt keine Rolle, was andere über dich denken. Geh deinen eigenen kreativen Weg mit Stolz und Freude.Hast du Tipps oder Ratschläge für andere Illustratoren?Zeige deine Arbeiten, vergleiche dich nicht mit anderen und lerne ständig dazu.Was hörst du beim Arbeiten?Ich liebe Musik und habe so viele Playlists – am liebsten würde ich mein Spotify-Profil teilen, damit man sie sich anhören kann.